Die Morgenvögel zwitscherten und Stimmen hallten aus der Ferne durch den Palast. Es war, als hätte es den Wahnsinn des Vortags nie gegeben. Alles war wieder normal, nichts fehlte.
Neriah war wach, umringt von vielen Besuchern – allesamt Angehörige ihres Mannes. Einer nach dem anderen trat herein, jeder brachte ihr ein Geschenk und wollte nach der Übergabe nicht mehr gehen.
Alle waren gekommen, außer Barak und Raknar.
Als Neriah an diesem Morgen die Augen öffnete, war sie sich sicher, ihn gesehen zu haben. Sie hatte ihn sogar sprechen hören. „Du bist wach, sei den Göttern dank. Dann ist ja alles gut." Das waren seine Worte, aber danach hörte sie nichts mehr von ihm. Sie sah ihn nicht wieder, aber sie wusste, dass er wütend war.
Sein Tonfall verriet seinen tiefen Zorn, und als sie über ihr leichtsinniges Handeln und die dadurch entstandene Gefahr für so viele Leben nachdachte, konnte sie seinen Ärger verstehen.